Die Meinung der Anderen

Die Meinung der Anderen

Ein Ergebnis aus dem aktuellen Edelman Trust Barometer, einer repräsentativen globalen Umfrage, die seit 26 Jahren das Thema Vertrauen untersucht:

81 Prozent der Deutschen vertrauen Menschen nicht mehr, die anders sind als sie selbst. Das ist der zweithöchste Wert in der Umfrage, nur in Japan (90 Prozent) sind die Menschen noch misstrauischer. Und dieses Misstrauen ist unabhängig von Alter, Geschlecht oder Einkommen.

Hinzu kommt: Nur 30 Prozent bekommen Informationen von Quellen, die eine andere politische Haltung als sie selbst haben. Auch das führt wohl ganz offensichtlich zu diesem erschreckend hohen Misstrauen.

Welche Möglichkeiten es gibt, dieses Insular Mindset, wie es in der Studie genannt wird, aufzulösen und wieder mehr Vertrauen unter den Menschen zu fördern, darüber sprechen Andrea und ich in unserer aktuellen Podcast-Folge:

Eine weitere Frage ist aber auch: Was können wir als Individuen tun, diese Insel des Misstrauens mindestens gelegentlich zu verlassen?

Ich betrachte mich selber zwar schon als einen grundsätzlich offenen Menschen, gerade auch hinsichtlich Meinungen und Überzeugungen anderer. Und doch merke ich auch, dass ich mich in meiner alltäglichen Mediennutzung eher an den Orten informiere, die mir gedanklich und ideell nahe sind. Und das ist natürlich eine Gefahr, sowohl für mich selber als auch, weil es offensichtlich nicht nur mich betrifft, für eine offene und tolerante Gesellschaft.

Daher möchte ich mir nun vornehmen, ein Teil der oben genannten 30 Prozent zu werden und mich regelmäßig mit Überzeugungen und Argumenten anderer auseinanderzusetzen. Das Problem dabei: Wie stelle ich das an, ohne mich in Unkosten zu stürzen oder mich zu sehr aufzuregen, weil ich den Polarisierungsunternehmern auf den Leim gehe? Ich möchte ja nicht gleich Bücher von Richard David Precht oder Jan Fleischhauer kaufen müssen oder mir ein Welt-Abo zulegen.

Podcasts sind vielleicht ein gutes Format. Sie sind normalerweise frei verfügbar und auch nicht so sehr auf maximale Polarisierung ausgerichtet. Und da ich Podcasts oft beim Spaziergang mit Hund im Wald höre, ist es auch nicht so schlimm, wenn ich laut mit den Hosts "diskutiere", weil ich anderer Meinung bin. (etwas, dass ich jetzt schon öfter mache, als ich zugeben möchte).

In diesem Sinne mache ich mich mal auf die Suche nach geeigneten Podcasts. Und wenn jemand Tipps hat, gerne her damit.